Aus alten Zeiten..
G.klopft also oben, stärker als sie es sonst tat. Nach unendlich scheinenden Minuten erscheint D. auf der Bildfläche, aber wie sieht er aus: Zigarette in der Hand, Kleidung verschmutzt und schlampig baumelnd, er schwankt, riecht, stinkt auch aus dem Mund nach billigem Fusel. G. ist ungeheuer wütend auf ihn, was muß er sich dermaßen besaufen? Das hätte er am vergangenen Treffen des Teams besser und billiger gehabt. Da war es sehr unangenehm aufgefallen, dass er fehlte, denn solche Treffs bewirkten auch, dass man sich im Team zu neuen Arbeiten austauschte. So wirkte es merkwürdig, dass ausgerechnet er fehlte. Welchen Grund gäbe es auch, sinnlos zu trinken? Zu anstrengende Arbeit..? Sie wußte nur von einer Aufnahme, die er andauernd verpatzt hatte: die, als er trauernd am Bett der Filmmutter zu sitzen hatte. Er hatte doch so oft schon Trauer gespielt, was war diesmal so anders verlaufen? Sie konnte nicht wissen, dass eben in diese Zeit seine Trennung von der Partnerin fiel, mußte für ihn wie Trauer sein, die Szene machte ihn aber noch psychisch fertiger, als er schon war.
Der Arzt hatte ihn inzwischen ins Schlafzimmer dirigiert, geholfen, sich hinzulegen. “Da ist nicht nur ein Alkoholproblem, G. (G. bedeutet hier nicht Herzogin G., er nannte sie viel zu oft nur G.als ob er sie damit immer nur kränken wollte!)” Dumpf flüsterte er, der Mann habe ein Problem, über das er kaum sprechen könne. “Was weißt du darüber?” “Ich weiß durch einen Kollegen, dass er Probleme mit seiner Freundin hat,oder sie mit ihm, keine Ahnung. Das nennt er also Bewältigung..” Fast verächtlich sah er sich in der stickigen, zugemöhlten Bude um: altes Geschirr, auf dem Essensreste klebten, Blumen, die wir Trockenpflanzen wirkten, Post ungeöffnet auf einem kleinen Tisch, TV dudelte und auch Radio an, der PC ebenfalls an. “Er hat sich alle mögliche Ablenkung auf einmal reingezogen..” Sie schaltete alles aus, ihr Fuß stieß gegen eine Flasche, die sich kollernd über den Fußboden bewegte und auch noch den Rest des Inhaltes freigab. “Ich staune, wie er da arbeiten kann..” “Er arbeitet derzeit auch nur mäßig, verspricht sich bei den leichtesten Sätzen, als wäre er gar nicht bei der Sache.” Der Arzt betrat die Küche, öffnete den Kühlschrank: vielerlei Flaschen, sämtlichst Alkohol, ein wenig Wurst und einige alte Konserven.” Kannst du was Anständiges besorgen, oder nein, wir können ihn nicht hier lassen..” “ich will nichts essen, nur trinken..” “Was darf es sein, aus welcher Flasche soll ich dir was geben,ne,mein Lieber, ich gebe dir jetzt ein Mittel, mit dem du einschlafen wirst..” “Lassen sie mich in Ruhe, egal, wer sie sind. Ich glaube nicht,dass jemand ihnen das Recht gegeben hat, über mich herzufallen, also bitte:raus!”Streng sollte das klingen, es kam nur kläglich rüber, aber nur kläglich. D. sah den Arzt nur wie durch einen Dunstschleier.”Also hoch, du wirst jetzt mit uns kommen, entweder freiwillig zu uns oder in die nächste Suchtklinik, was meinst du, wie toll die Reporter das finden werden?!” Sie verließen zu dritt die Bude, sie schloß ab, nahm aber vorher noch seine Post mit. Sie blickten sich aufmerksam um, ob auch kein Mieter aus den anderen Wohnungen sie beobachtete. Sie schafften es bequem zum Wagen.
G. rief per Handy den Chef an, dem sie mitteilte, dass D. ausfallen würde. Besorgt kam die Frage, was zum Teufel los sei.”Ein Zusammenbruch, der Dr.weiß noch nix Genaues warum und weshalb.”
Natürlich brachte man ihn ins Haus der A.`s, im Schlafzimmer entkleidete man ihn und legte ihm verschiedene Dinge an, da er die nächste Zeit das Bett auf keinen Fall verlassen durfte und sollte..Er schwebte in einem Zustand halb bewußtlos, halb wach. Das Anlegen der Hilfsmittel bekam er mit, wie auch die nachfolgenden Schmerzen und der trockene Hals, er hatte sehr lange nichts getrunken. “Ich brauche was..” “Natürlich, aber das läuft ab jetzt erst mal in deine Adern, wird den Alk rausbekommen, so kannst du dich höchstens weiter kaputt machen oder sogar total zum Alkoholiker werden..” Wann hatte er begonnen zu trinken? 1 Woche war das doch erst her, seit sie ihn gebeten hatte, entweder mehr Zeit mit ihr zu verbringen oder sie trennten sich, seine Arbeit ginge vor, also trennte sie sich, obwohl auch sie Star war, nicht so erfolgreich wie er, aber auch im Kommen. Warum war er verzweifelt?! Er hätte es wissen müssen. Aus begreiflichen Gründen konnte man ihn nicht allein lassen, er sah die Schläuche um sich herum, an sich, wie ab und an was abgeführt und zugeführt wurde. Er ekelte sich bald vor sich selbst, ihm wurde übel. Er würgte das runter, was ihm hochkommen wollte, versuchte, sämtliche Schläuche abzureißen. “Das würde ich nicht tun.!” Robert trat eilends zu ihm, ergriff die zitternden Hände des Mannes, der so gut wie auf Entzug war, denn er hatte 4 Tage mindestens nur getrunken, nichts im Magen. “Ich habe Schmerzen.” Er versuchte sich zu beherrschen, konnte dann aber nicht mehr: mit heftigem Schluchzen entwand er dem Arzt seine Hände, bedeckte mit ihnen sein Gesicht. Hilflos sah R.zu seiner Schwester, die mit dem Studium der fremden Post noch nicht durch war. Sie eilte zu den beiden, sagte kurz:”Dann versuch ich`s mal.” Sie setzte sich dicht zu ihrem Kollegen, trocknete ihm die schwitzenden Hände ab und auch das tränenüberströmte Gesicht. Noch nie hatte sie ihn weinen sehen, es erschütterte sie mehr als alles, was sie bisher mit ihm erlebt hatte.
Er schien sich gut zu erholen und sie luden ihn ein, bei ihnen so lange zu wohnen, bis er wieder voll genesen sein. Aber er war nicht nur verzweifelt in seiner Einsamkeit, sondern auch ein guter Heuchler, lange erfuhren sie nicht, dass er auch Tabletten zum Aufputschen und zum Einschlafen benötigte. Nur mit diesen schaffte er es aber, sich auf die Rolle wieder vor zu bereiten. Ihr entging auch, dass er Angst hatte, sie mögen beide hinter seine Drogensucht kommen. Seine Alpträume waren etwas, an was er sich auch nicht gewöhnen konnte.
Dann fiel ihr auf, dass er am Morgen immer länger im Bett blieb und fragte den Bruder, was das bedeuten könne. “Zuviel Streß?” “Er lernt seine Rolle, so anstrengend kann das nicht schon wieder sein.” “Hast du eine Ahnung.” Robert ahnte, was vor sich ging und als es sehr früher Morgen war, so gegen 5 Uhr, gingen beide in das Gästezimmer, in welchem der Star wie ein Toter schlief. R. fühlte ihm den Puls, schaute sich die Pupillen an.”Das sind irgendwelche Drogen, verfluchter Mist..” G. versuchte auch ihr Erschrecken zu verbergen, aber hatte etwa der Kollege versucht, sich das Leben zu nehmen? “Wir werden das Zeug schon aus ihm herausbekommen, oder, nein: wir suchen erst mal überall danach, ist keine Lebensgefahr, er kann sich ausschlafen, das sind sehr schwache Antidepressiva, er hat gewußt, was er nimmt, wollte nicht sterben, nur Ruhe finden..” Gesucht und gefunden wurde Einiges, sogar unter dem Kopfkissen und an den Matratzenseiten…”Wir werden warten, bis er allein wach wird.” R.spritzte ihm nur ein Mittel,dass auf alle Fälle mit den Drogen , egal welche es waren, nicht negativ wirkte, sondern nur den Kreislauf stärken sollte. “Den Packungen nach zu urteilen, ist er nicht erst hier auf Droge, die Aufputschmittel und die Schlafmittel sind die neusten auf dem Markt.” G.schwieg, zutiefst betroffen. Fragte sich nur wenig, weshalb D. es getan hatte, wsl. Wegen der Ex? Aber wo er als SEXbesessener fast schon verrufen war, was sollte er da mit einer dauerhaften festen Beziehung voller Vertrauen und Liebe ,Treue natürlich ebenfalls? “Seine seelische Verfassung mußte so mies sein, aber er ist so toll als Schauspieler und Heuchler privat, es ist unglaublich, dass er kein Vertrauen zu uns bekommt.”
Am sehr späten Morgen erschien der Star bei ihnen am Frühstückstisch mit wieder bebenden Händen, G. hielt sie fest. “Heraus damit: warum?” “Was warum?” “Die Tabletten in solchen Mengen..” “Habt ihr sie?” R. nickte und erlebte einen austickenden Mann, den er mit einem gezielten Schlag zu Boden strecken mußte. “Tut mir nicht leid, Herzchen, kann nicht zulassen, dass du dich und uns gefährdest.” Sie verfrachteten ihn ins Bett zurück, nun ohne Tabletten aller Art. R.bat seinen Freund Dr.Miles auf schnellstem Wege vorbei zu kommen.” Wozu der?” “Von ihm habe ich das mit den Schwierigkeiten zwischen D.und seiner Partnerin, oder nunmehrigen Exfreundin. Möglich, dass er einen Rat weiß.” “Wollen das hoffen.”
In D.`s Alpträumen sah er sich vor glühendheißen Scheinwerfern. Erst nach Stunden sah er real, wie seine Filmpartnerin sich besorgt über ihn beugte. “Warum ist mir so komisch?” “ich kann mir auch nicht erklären, warum du Fieber bekommen hast, aber vielleicht ganz gut, dann kommen auch alle Reste aus dem Körper raus.” Der Kranke fand das nicht sehr schön, denn er mußte die Temperatur aushalten,nicht sie, außerdem fühlte er wieder die Gerätschaften vorne und hinten, durch die er seine Notdurft verrichten sollte. Das Telefon schellte am anderen Ende des Hauses, R.sprach. “Ja, ich bin Dr.und Bruder von G.A., Sie wünschen?” Jemand fragte, ob D. evtl.bei ihm sei.”Ich bin sein behandelnder Arzt, er braucht viel Ruhe.” R.trat zu ihr, fragte, warum sie dem Regisseur die Nummer gegeben habe. “Weil ich auch hier wohne und nun haben wir ihn auch noch hier?” “Na, wir werden sehen, wohin das noch führt.” Sie hatten nicht mit der Hartnäckigkeit des Chefs von G.und D.gerechnet, der immer gern selber wissen wollte, ob es seinem Superstar wirklich so mies ging, wie es den Anschein hatte. D. war derweil vom Fieber übermannt worden, dämmerte im Halbschlaf vor sich hin, jammerte leise, stöhnte und fuhr öfters auf, immer wieder zurückgedrückt von seiner Filmfrau, die versuchte, ihn zu beruhigen, aber ihre sanften Worte erreichten ihn nicht.
C.C. kam vorbei, klingelte sehr aufdringlich.”Ich habe es vermutet, bald kommen sämtliche Reporter und fragen nach, ob hier gedreht wird.” “Das wollen wir doch nicht hoffen.” R.ließ C.C. etwas unwirsch herein, sagte:”ich schätze auch ihre Arbeit, aber haben sie den Wagen so auffällig geparkt, dass bald in aller Munde ist, wer hier ist?” “Habe mich herbringen lassen und zurück fahre ich per Taxi,I.O.?” Der Arzt nickte und bat ihn ans Krankenlager. “Bitte, überzeugen Sie sich selbst, dass er krank ist!” C.drückte erst einmal auch G. die Hand, die in Tränen aufgelöst dasaß. Er setzte sich auf einen Stuhl neben das Bett. So hünenhaft wie er war, im Schmerz wirkte er nicht gefährlich, nur betroffen und nun erschütterte auch ihn, wie matt und schwach der Star war. Tonlos sagte er nur:”D.! Was soll werden..” denn auch die Arbeiten würden wieder in Verzug geraten. “Es tut mir leid, dass ich nebenbei auch an den Job denke, wir werden wenig drehen können, wenn wir nicht ungefähr wissen, wann er wieder so weit ist.” D. hatte trotz des heftigen Fiebers mitbekommen, dass neue Stimmen im Stimmengebraus dazugekommen waren und am Bildschirm eines Überwachungsgerätes sah R.,wie der Kranke sich plötzlich stark erregte, unruhig die Hände bewegte. “Er darf sich jetzt nicht noch mehr aufregen, bitte!” “Ich habe gar nichts Großartiges gesagt..” “Er muß ja vermuten ausgetauscht zu werden, weil er krank ist.”D.flüsterte etwas und C.ergriff seine heiße Hand, sagte nur:” Wird schnell gesund, wir alle brauchen dich!” Dann wandte er sich an R. und fragte, ob er ab und an vorbeikommen dürfe, um zu sehen, wie es dem Manne ging, es wurde natürlich erlaubt.
3 Wochen dauerte es, dann arbeiteten D.und G.wieder und nach weiteren 8 Wochen war mit einer Fete dieser Film abgedreht. R.war auch zugegen, raunte G. zu:”Da haben Leute genügend Zeit, krank zu werden..” “Höre lieber auf zu unken..”
W., die aus irgendeinem Grunde noch Restgefühle für den Mann hatte, wollte ihr schlechtes Gewissen beruhigen, indem sie auftauchte, als er am Ende des letzten Drehtages in seinem Wohnwagen auf der Liege ein wenig Schlaf finden wollte. Sie sagte nur:”Es tut mir leid, was durchmachen musstest, D. Verzeih mir. Ich hoffe, dass wir Freunde wenigstens bleiben können. Lass es dir gut gehen..” Sie ging wieder, ohne ihm die Hand gegeben zu haben, denn auf einmal sah sie, dass ihr Kommen ihn entsetzt hatte, mehr als er je zugeben würde.
Er liebte sie nicht mehr, war aber süchtig nach Liebe. Und das nicht nur körperlich. G. schien ihm zu kühl, so sehr, dass er es gar nicht wagte, sie mit Andeutungen für sich zu gewinnen, private Worte wechselten sie schon gar nicht. Kopfschmerzen plagten ihn heftig, das war das 1.Mal gekommen, als er gezwungen worden war, alle Sorten von Tabletten aufzugeben, irgendwas benötigte er jetzt aber, etwas zur Beruhigung, aber er fand nichts. Er sank zurück auf die Liege, krümmte sich zitternd zusammen, hoffte, dass die Schmerzen in seinem Kopf irgendwann aufhörten. Eine Ohnmacht drückte ihn nieder und so lag er vielleicht 1 Stunde.
G. hatte ihren Wohnwagen zwar unmittelbar neben seinem, aber ein Kollege fragte sie nach D. “Warum gehst du nicht selbst und fragst ihn?” “Ich habe W. aus seinem Wohnwagen gehen sehen, da dachte ich, es sei unklug..” “Komm mit!” Gemeinsam mit dem verwunderten Kollegen von der Regie klopfte sie an die Tür von D.`s Wohnwagen, als niemand aufmachte, öffnete sie selbst und schaute sich zum Kollegen um.Der eilte rasch zum Star hinüber, hob dessen Lider an.” Er ist besinnungslos, fiebert wieder..” “Hilf mir, ihn zu meinem Wagen zu tragen, er muß zum Arzt, mein Bruder ist Arzt,wäre gut, wenn du auf der Fahrt versuchst, ihn zu beruhigen..” Natürlich war auch das kein Problem und so lag D.irgendwann wieder in jenem Bett, welches er schon kannte. Sie schickte den Kollegen dankbar zurück, bat ihn, keinem was zu sagen, um keine Unruhe zu verbreiten.
Er flüsterte leise den Namen dieses engsten Freundes, immer und immer wieder, dass G. ihren Bruder verwirrt ansah:”R.?” R.nickte. “Ich habe auch mitbekommen, wie die beiden öfters zusammenhocken, was zusammen unternehmen, sogar zusammen verreist sollen sie sein, aber ob R. jetzt Zeit hat, ihn zu besuchen, weil er sich nicht zurechtfindet?” “Ich versuche es.” G. hatte auch die Privatnummer von R. und bat ihn, so schnell wie möglich, sie aufzusuchen, es ginge da um den gemeinsamen Freund.
R. war auch zufällig in der Nähe und konnte sehr schnell da sein. G. sah ihn scheu an, wie sie ihn immer ansah, wenn er sie anstarrte. Sie konnte nicht wissen, dass R. sie schon seit Ewigkeiten liebte, leidenschaftlich verehrte, aber nie gewagt hatte, sie von sich aus anzusprechen. D. war doch als Filmpartner viel interessanter als er ,oder? Und erwuchs dadurch nicht auch Privates genug? Als R. aber mitbekam, dass sie ledig blieb, während D. eine Freundin nach der anderen begehrte, fast immer von sich aus Schluß machte, machte er sich wieder neue Hoffnung. Die Frau an seiner Seite hörte auf ihn zu faszinieren, weil sie ständig meinte, neue Fehler an ihm entdecken zu müssen: er sei nicht ehrgeizig genug, sei zu bescheiden, zu höflich, zu entgegenkommend, seine Introvertiertheit passe nicht ins Filmgeschäft, er liebte keine Skandale um seine Person, war auch nicht grob zu ihr. Er hatte ihr entgegnet,wenn sie sich von ihm nicht mehr geliebt fühle, solle sie ihn verlassen, was sie auch tat, denn sie liebte bereits einen anderen Mann. All das wußte G. aber nicht,noch nicht, denn R. und dessen Frau galten als das Traumpaar.(.Obwohl eben niemand wusste, daß R.und D. so ein wenig “gelegenheitsschwul” sein sollten, sie fühlten füreinander, ob nun wie brüderlich oder mal sexuell, das schienen sie beide selbst nicht zu wissen. Nur die Umgebung sah schon etwas lauernder hin als je zuvor.).
Er lächelte sie an und sagte sehr leise: ”Da er mich also bei sich haben möchte.. Wollen Sie, willst du..” “Du ist i.O.,R.” Sie nickte, sie setzte sich neben R., als dieser ans Bett trat und den Freund liegen sah, der wieder und wieder fiebernd nach ihm rief. “Warum gerade ich?” “Er sagte mir, du wärest sein engster Freund.” “Engster würde ich nicht sagen, wir haben uns nur mal die Frauen gegenseitig ausgespannt, war nicht sehr schön.
Aber da wir beide sehr unglücklich wurden, haben wir uns nicht nur verziehen, sind auch gute Freunde geworden.” R. legte nun selbst Hand an, wickelte neue kühle Tücher um die Glieder des Kranken, bis dieser aufwachte.” Du hier?” R.nickte besorgt. “Du hattest nach mir verlangt und hier bin ich.” Dabei ging es R. selbst nicht besonders gut, er drehte sich auf dem Stuhl nach hinten, um zu husten. Und das klang gefährlich, denn der Hustenanfall wollte so schnell nicht aufhören. “Entschuldigt bitte..” Er sah keinen an, wischte sich mit einem Taschentuch über Stirn und Wangen, das war aber schon vollkommen nass.. So ging das schon seit 4 Wochen! Er hatte den Arztbesuch immer und immer wieder verschoben, gönnte sich kaum Ruhe, geschweige denn Urlaub. Als sie aber anrief, bebte es in ihm, er wußte sich kaum zu lassen vor Vorfreude, sie wenigstens SEHEN zu dürfen, ja dürfen. Denn schien sie nicht wie eine jungfräuliche Göttin daherzukommen?
Diese tolle Frau sah ihn merkwürdig an, lächelte, nickte, als verstände sie bereits, wüsste, das da evtl.was Intimes auf sie zukommen könnte und in ihr wurde heiße Sexlust auf diesen geilen Mann geweckt, Lust, für die sie sich fast schämte, aber eben nur fast, war dies doch zutiefst menschlich zu nennen! Sie unterhielten sich zunächst ganz normal, bis er sie nicht mehr erkennen konnte. Da erst ergriff sie seine glühende Hand, maß das Fieber, es stieg bis auf 40 Grad und sie eilte sich, den Bruder zu holen. Er untersuchte den mittlerweile Ohnmächtigen gründlicher und stellte besorgt fest, dass er eine Lungenentzündung gerade mal so hinter sich gebracht, noch nicht wieder ganz gesund war. Er umwickelte den Körper des Mannes fester mit Tüchern, die mit allerlei Mitteln getränkt waren, die nicht nur fiebersenkend wirken sollten. Auch bei ihm verfuhr er so, wie man es mit Leuten tut, die eben das Bett nicht verlassen dürfen… Sie sah plötzlich, wie der Erkrankte erschrocken die Augen aufriß, leise stöhnte. Beruhigend strich sie ihm das wirre Haar aus der Stirn, er ergriff ihre Hand auf einmal sehr derb. “Verlaß mich jetzt nicht, bitte, es wird so dunkel um mich..” Er schrie leise auf, immer noch um Beherrschung bemüht, aber im Verlauf der Nacht war auch diese dahin: gemeinsam mit ihrem Bruder mußten sie sehen,wie der Mann sich hin und her warf, heftiger stöhnte und immer wieder gequält von Alpträumen lauter und verzweifelt aufschrie, Sätze aus irgendeinem Stück sinnentleert aneinanderreihte, ein fast irres Lachen schloß sich an. Ihr rollten die Tränen aus den Augen, als sie immer wieder die Verbände neu wickelte, den Bruder beobachtete, wie er alle paar Stunden neue Injektionen machte. “Das Fieber sinkt kaum und ich habe schon die stärksten Mittel gegeben..” Der Unglückliche schwebte im Dämmerzustand zwischen Tod und Leben, denn das Fieber kletterte sogar kurzzeitig über 40 Grad. Kurzfristig taumelte er in jene Anderswelt, sah nicht nur Freunde und Bekannte im ewigen Licht, sondern auch seine Eltern, die jünger als je vorher aussahen, aber sein Gefühl sagte ihm, dass nur sie es sein konnten. Wie Odysseus die Mutter wiedersah, die ihm unerschrocken entgegentrat, so sah er seine geliebte Mutter wieder, wollte in ihre Arme eilen, sie lächelte nur traurig, meinte, er habe noch viele viele Jahre, müsse nun aber zurück, bevor es zu spät sei.. Daraufhin jener Alptraum in der Wüste, auch er teilweise in Filmsequenzen, in welchen er nur seinen Chef gesehen hatte: die Gestalt von R. verschmolz mit seiner, seine sehnlichsten Wünsche gingen wenigstens so in Erfüllung. Selbst wenn nur sehr verzerrt wiedergegeben wie aus einem Bild des Künstlers Dali: menschenähnliche Wesen auf Felsen, die sich auflösten und herablaufen wollten wie Wasserfälle…
Beruhigende Mittel liefen in seinen Körper, da er sich aber ständig bewegte und auch das Bett verlassen wollte, löste sich die Verbindung ein wenig und das beruhigende Mittel lief nicht vollständig in seinen geschwächten Körper, der andere Teil tröpfelte unbemerkt eine Stunde lang auf den Fußboden, bis die verzweifelte G. es sah und die Verbindung wieder befestigte. Beide Helfer waren mittlerweile übermüdet, so dass der Arzt in der Klinik anrief und einen Pfleger herbestellte.
Der arge Husten quälte den Mann, er meinte zu ersticken, keuchte, rang nach Luft, flehte um Hilfe. Die wurde ja auch gewährt, aber die Mittel schienen wenig zu bringen. R.griff zur Atemmaske, in die er 2 Mittel einleitete: ein beruhigendes Mittel und ein Mittel gegen den Husten, der fast ununterbrochen anhielt. “Halt ihn etwas fest..” Sie legte ihre Hände an den Kopf des sich windenden Mannes, der gar nichts mehr um sich herum wahrnahm . R.drückte ihm behutsam die Maske an das verschwitzte glühendheiße Gesicht..
Die Maske bewirkte Folgendes: es wurde ihm für Minuten noch heißer, entsetzt griff er mit den Händen nach der Maske, bemüht sie zu entfernen, seine Hände wurden energisch fortgenommen und fixiert. Langsam aber strömte nicht nur das beruhigende Mittel zu ihm, der Husten wurde immer mehr eingedämmt und die Hitze ließ merklich nach. Er sank in einen neuen, nicht sehr erholsamen Schlaf, aus dem er immer wieder stöhnend erwachte und vergeblich versuchte, die Hände zu lösen. Er wandt nach wie vor den Kopf zu beiden Seiten, bemühte sich, die schmerzenden Augen zu öffnen.. Nach mehreren Stunden sank endlich das hohe Fieber und er sah nur noch, wie sich G.zur Seite drehte und seine Hände lockerte, damit er sich nicht verletzte. Beruhigend sagte sie, er möge versuchen, wieder einzuschlafen, sie würde bei ihm sein, wenn er erwachte. Die Maske wurde ihm auch vom Gesicht genommen, das Gesicht abgewaschen, wie auch sein gesamter Körper gereinigt wurde. Seelisch ging es ihm nicht besonders gut, er wich dem Blick der Frau aus, er genierte sich entsetzlich vor ihr, wollte nie so hilflos vor ihr liegen. Sie aber setzte sich zu ihm, half ihm beim Trinken und bettete seinen Kopf zurück. Ihr gelang ein sehr sanftes Lächeln, obwohl es sie sehr mitnahm, dass ihr Liebster so leiden mußte. Was dachte sie da:Liebster? War er nicht liiert? Durfte sie ihn da lieben? Wen liebte sie: R. oder dessen Double? Erschöpft schloß er die Augen und sie fand Zeit ihn anzusehen: das ebenfalls gut aussehende Antlitz heiß und puterrot von Fieber, dass weiterhin heftig in ihm wütete und ihn schwächte, der schöne Mund zitterte leicht, die Augen geschlossen, welche Augenfarbe hatte er: grün? Das verschwitzte Haar lag strähnig um sein Haupt herum, Schatten um die übermüdeten Augen kündeten ihr von Kummer, Qual und Krankheit. Er hatte nicht eben viel gearbeitet, und das ewige Bereitsein für DEN Moment zerrte an seinem Gemüt. Die Trennung von der langjährigen Partnerin hatte ihn doch mehr mitgenommen, als er sich eingestehen wollte. G. nahm ein feuchtes Tuch und fuhr ihm damit vorsichtig über das Gesicht, den Hals, den Oberkörper. Je tiefer sie ging, um so unangenehmer wurde es ihr und ihm auch. Sie überließ es dem Bruder, (noch) bei unvermeidlichen Dingen beizustehen, weigerte sich standhaft,dem Mann wie eine Krankenschwester beizustehen, bemühte sich, dass dieses Mitleidsgefühl im normalen Rahmen blieb, aber was war an dieser schweren Erkrankung denn normal? Der Köper schien die zugeführten Kraftreserven immer wieder aufzubrauchen beim nächsten, dann oft noch heftigeren Fieberanfall.Sie reinigte und wusch ihn nur und das bereitete ihr schon arge seelische Probleme, hatte doch eigentlich nicht das Geringste mit Erotik zu tun! Er bemühte sich nicht, zu verstehen, was sie vor sich hin sprach, sank nieder, nachdem er zu trinken versucht hatte, seine zitternden Hände mochte er nicht mehr ansehen. Hätte er die Frau bei sich ansehen können, was hätte er gesehen: sie hatte in den letzten 24 Stunden kaum geschlafen und ein Pfleger löste sie ab. R. bemühte sich damit klar zu kommen und da er sich vor dem Pfleger keine Blöße geben wollte, sprach er offen aus, wenn er was erledigt haben wollte..
Sarkastische Scherze gingen dem Bettlägerigen nach und nach über die Lippen, der Pfleger wunderte sich zunächst aber das Fieber kehrte nach und nach zurück, drückte den Mann wieder in häßliche fiebrige Träume mit Geschichten aus seiner Vergangenheit, nur waren es verdrehte Geschichten. Der Pfleger war jedoch ein Mann von der Sorte, die auch auf Männer stehen, nur wussten das weder R., noch G.. Er achtete also drauf, dass die Tür fest verschlossen war und überhaupt alles ruhig war. Zuerst küßte er den Kranken, später befriedigte an dem Wehrlosen seine Begierde.
R. fühlte es glücklicherweise nur sehr undeutlich, erst als der andere Mann ihn mit dem Mund zwischen den Beinen berührte und vor Wonne stöhnte und sich danach selbst befriedigte, kam er unversehends mehr und mehr zu sich, seine Hände waren gefesselt worden, seine Beine auch, also tat er so, als würde er weiterhin schlafen oder ohne Besinnung sein. Der Pfleger legte sich den Mann so zurecht, dass er ihn überall befriedigen konnte..
Er wußte nicht wie er damit ungehen sollte, würde ihm jemand glauben, denn er mußte doch annehmen, dass man die Pfleger sorgsam überprüft hatte, dieser hier war offenbar eines der schwarzen Schafe, wie man keines haben möchte. Da er nichts sagte, wiederholte sich das Drama in den Nächten, die der Pfleger den Mann umsorgen sollte. Und G. wunderte sich nur, warum Roffe immer stiller und stiller wurde. Einen 3. Tag wollte er so nicht erleben müssen und deutete Schmerzen an, sagte flehendlich man möge diesen Pfleger nicht mehr zu ihm lassen.Und auch G. fragte R. endlich, wie das sein könne, dass sich der Freund so sehr verändert hatte.. “Keine Ahnung!” Und R. wunderte sich gar nicht, als er erfuhr, dass der Pfleger gefeuert worden war, ein anderer männlicher Patient hatte sich nicht geniert und es angezeigt.”Warum hast du nicht nach der 1.Nacht was gesagt?” “Hätte man mir geglaubt?” “Warum nicht?” “Sucht man nicht die Pfleger für Schauspieler und deren Double gründlicher aus als für andere Menschen?” “Das kann schon sein, aber..” R.und G.wussten nun, was er meinte. Die Stars standen allgemein im Verdacht, mäkelig und nörgelig zu sein, also wollte R. auf keinen Fall diesen Eindruck bestärken, nahm aber Leid auf sich, was er hätte verhindern können.
Verwundert beugte sie sich dicht über ihn, fragte :”Ist das dein Ernst, du hast doch vor mir schon andere Frauen glücklich gemacht?” “Nehme an, dass sie glücklich wurden, diesmal aber..” Sie wartete nicht drauf, bis er den Satz beendet hatte sondern machte sich daran, sein Hemd ihm auszuziehen. “Wenn du willst, berühren wir uns erst mal nur oben.” Sie ahnte, welche seelische Qual es gewesen sein mußte,als er krank fühlte, wie ein anderer Mann sich an ihm verging. Erleichtert neigte nun auch er sich ihr zu. Seine feingliedrigen, aber starken Hände glitten bewundernd über ihr Gesicht, den Hals, den Oberkörper, erfühlten auch unter ihrem Slip die feinen Haare, spielerisch glitten seine Fingerspitzen am Rand hin und her, er wagte nicht, sie zu entkleiden, also tat sie es. Nur den Slip behielt sie an und so lagen sie nebeneinander, bis sie einschlief, er streichelte noch lange ihre Beine, um dann behutsam ihren Slip zu entfernen und sachte mit ihrer Weiblichkeit umging, was ihr nicht entging. Sie genoss die Berührungen des Mannes, der auch mit seinem Mund umzugehen wußte, seufzte leise, so dass er inne hielt und ertappt wie ein Schuljunge zu ihr hinsah. “Es ist doch ungerecht, wenn ich dir etwas gestatte, selbst aber..” “Einmal muß es ja sein..” Diesen Satz hatte sie von keinem ihrer Männer gehört, sie verbarg ihre große Wut auf den Mann, der dafür gesorgt hatte, dass ihr Liebster vielleicht nie wieder richtig Vertrauen beim SEX aufbauen konnte. Denn auch erzwungener SEX bleibt SEX, das war ihr klar. Er legte sich fast aphatisch neben sie, nicht fähig, seine Hose selbst herunterzuziehen, vor seinem inneren Auge immer noch das Gierige des anderen Mannes, der auch sein Glied mit dem Mund berührte, solange sich dran zu schaffen machte, bis er eine Erektion bekam, das Schlimmste,was er sich vorstellen konnte und: er machte sich auch Gedanken, denn wenn ihn ein mann dazu bringen konnte, fühlte er sich innerlich etwa sexuell doch zu Männern auch hingezogen?
Sie hatte nicht lange zu tun mit seinem letzten Kleidungsstück, legte es nahe bei sich hin und deckte den zitternden Mann zu und sie wußte plötzlich, dass er wirklich Angst hatte, entweder Angst zu versagen oder nichts zu fühlen. Behutsam bedeckte sie sein Gesicht mit Küssen, sagte ihm immer und immer wieder, wie begehrenswert er für sie wäre und auch das hörte er fast das 1.Mal, oder überhaupt das 1.Mal? Er fand sich nicht gerade überaus sexuell attraktiv merkte aber, wie die Frau mit bebenden Händen seinen Körper entlang streichelte und auch zwischen seine Beine tastete. Minutenlang legte sie nur ihre Hand auf sein Geschlecht und fühlte: erst einmal nichts, was an sich schon beunruhigend für sie beide war. “Ich hab es fast geahnt,” sagte er sehr unglücklich, barg das Gesicht in den Händen vor Scham. Stellte sich für ihn doch die Frage, ob er noch ein ganzer Mann für eine begehrenswerte Frau wie G. sein konnte und wenn nicht, blieb sie bei ihm? Sie ahnte, was er dachte, nahm ihn zärtlich in die Arme. “Wir haben Zeit, viel Zeit für uns.” Sie legte ihren Kopf an seine starke Brust und war doch teilweise unglücklich.
Suleika am Juni 21st 2010 in Sexphantasien
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