Ja, sie hatte sich sehr große Mühe gegeben, aber man kannte ja bereits ihre Vorliebe für diesen geilen Mann, egal, ob nun wegen des tollen Aussehens oder wegen der Darstellungen verschiedenster Charaktere, sämtlichst in Pornofilmchen zu Hause. Und natürlich machte ihr niemand einen Vorwurf, begann eher zu überlegen und überlegte wurde von vielen Menschen, auch jenen, die ihn weder mochten noch liebten. Ja, ab einem genauen Zeitpunkt war sein bezauberndes privates Lachen und Lächeln nicht nur verschwunden, wenn er nach jenem Tage lächelte, schien es arg gequält, unglücklich, sehnsüchtig, Und die Wahl seiner Freundinnen: etwas älter als er, dass sie eine sehr junge Mutter abgegeben haben konnte?! Wollte er denn privat so gar kein erotisches ausgefülltes Leben mehr haben, denn was kann man schon mit ziemlich alten Frauen bewirken, reizen die einen noch jungen Mann denn tatsächlich? Sie konnte nicht ahnen, in welche verschlungenen Pfade ihre „Überlegungen einer einfachen Frau“ geriet, auch in die Hände seines betreuenden Arztes, (der auch Urologe war und eben nicht ohne Grund ausgewählt worden war) nicht nur speziell für ihn, eigentlich war er für die gesamte Familie zur Stelle, aber seit rund 3 Jahren kam es gerade bei ihm immer wieder zu heftigen Zusammenbrüchen, und er als Arzt hatte der Familie mehr als einmal ans Herz gelegt, man möge endlich auf ihn einwirken, er würde sich wohl absichtlich zu Grunde richten wollen? Aber niemandem gelang es in seine Gedankenwelt vorzudringen, er lehnte es ab, mit einem Psychologen über seine Probleme zu diskutieren, er hätte keine Probleme. Die ewige Sorge um ihn bewirkte nur eines: er verkroch sich noch mehr privat, seine Bekanntschaften und Freundschaften hielten nie wirklich lange, er war einfach nicht mehr in der Lage einem Menschen 100 % zu vertrauen..
Nun diese Zeilen, wenige Seiten stark, mit sachten erotischen Andeutungen, die aber schon verletzend genug waren und sich immer auf seine Begleiterinnen bezogen, wie dahinphantasiert, aber: von diesen Zeilen stimmte 98 %, der Rest waren ja falsche Namen, falsche Orte, setzte man die richtigen Namen, richtigen Orte ein, dann stimmte einfach alles, aber war es so schwer zu erraten? Sicher nicht, nur hatte es bisher nie ein Mensch gewagt, so zu schreiben.. Wieder und wieder las er, verblüfft, erschrocken, gab auch seiner Familie das Zeug zum Lesen, und bemerkte, wie man ebenfalls ratlos war, ja, es stimmte, aber wie weiter?
(„Es gibt viel zu tun, packen wir es an..“-auch schöner Spruch, soll ja mehr als ein Spruch werden oder sein? Kann auch sexuell ausgedeutet werden, wenn man es unbedingt so lesen möchte und ich gewöhne mich auch langsam daran, wird mein neues Steckenpferd) Man schleuste immer wieder Bekannte und Freunde in den Hotels ein, in denen er sich aufhielt , um kein Risiko einzugehen, so auch diesmal.. Sämtliche Übungen ( er trainierte nackt und possierte vor dem riesigen Spiegel um sich stets zu vergewissern, daß er noch rundherum attraktiv genug war) waren eigentlich nur oberflächlich getan, er war nicht nur zu müde und zu erschöpft, wieder einmal haßte er alles an sich: seinen perfekten Körper, sein perfektes Gesicht, den traurigen Gesichtsausdruck, der angeblich viele Frauen zum Dahinschmelzen brächte..Dabei litt er seit geraumer Zeit an starken Depressionen, überlegte mehr als einmal, ob er nicht einen Tod wählen sollte, der zu seinem oft bizarren Leben paßte: in einer erotischen Lage aufgefunden werden, Sexspielzeug an und in ihm, da würde es dann keine Grübeleien mehr geben.. Langsam trank er den roten Wein, etwas gedankenlos, denn nun würde keine Medizin zum Einschlafen mehr drinne sein, also wieder einmal dumpfes vor sich hin-brüten angesagt? Oder sollte er sich etwa eine Gummipuppe neben das Bett stellen, und vielleicht auch noch eine 2. anders aussehende neben sich ins Bett legen, an denen er herumfingern konnte, nur weil er gerade mal keine Lust auf Weiber hatte? Es klopfte und er war irgendwie erleichtert, dass er noch etwas Gesellschaft haben würde.. Den Bekannten kannte er nur so aus dem Kreise einer sehr guten Freundin (heiße und geile blonde Braut, die er aber nie genagelt hatte, dazu war er zu eng mit ihrem Mann befreundet, den er auch schon sexuell und sehr ausgiebig im Film bedient hatte. So sehr hatte er den Mann körperlich und psychisch geliebt, daß er sich fragte, ob er schwul würde, auch kein Hindernis aber doch etwas seltsam, wie er fand.) die kürzlich verstorben war, aber der wirkte fast zu fröhlich, als er sagte:“Noch Lust auf etwas Spiel..?“ (Spiel assoziierte er sofort auf Pornoebene und er grinste ablehnend. „Na, unten doch wohl nicht..Und in der Spielhalle im Hotel auch nicht.“ „Dann nur wir zwei beide.“ „Meine ich ja, ne, habe jetzt mal gerade keine Lust auf Sex mit einem Mann, mit einem Weib leider auch nicht, mein Abend gestaltet sich übel öde, zu öde für dich, wie ich vermuten möchte. Wird dann sicher recht unterhaltsam, bin eigentlich zu müde für alles….“ Der Bekannte hatte den Auftrag, regelmäßig zu ihm zu kommen und ja: der Freund erschien ihm tatsächlich zu müde, doch eines störte ihn im Raume: ja, ihr Todestag stand unmittelbar bevor, wieder ihr Foto: lachende Frau, vor Leben sprühend, ein schwarzes Tuch wie nachlässig an der Seite festgebunden. So ein Ritual kannte er nicht, nicht einmal von der kürzlich verstorbenen eher sehr unbekannten Schauspielerin, ging das nicht zu weit..? R. verfolgte den Blick des Anderen, das Foto stand automatisch da, begleitete ihn immer, nicht nur anlässlich ihres Todestages, morgen..Er wollte eigentlich allein sein und eigentlich doch nicht, wieder aber fehlte ihm der Mut, diesen anderen Menschen zu bitten, ihn noch nicht zu verlassen. „Alles in Ordnung mit dir?“ „Ich werde früh zu Bett gehen, nehme an, du hast Verständnis dafür?“ Der andere nickte, sandte schnell einen Blick durch den Raum: Wein, Kerze, ein Gedeck und da leider auch: eine Tablettenschachtel..Viagra konnte es sein, war es aber dann doch nicht. “Bist du wahnsinnig, hast doch eben getrunken und da..“ „Nein, ich bin nicht durchgedreht, nimm sie meinetwegen mit, wenn du dir Sorgen machst.“ Er war nun doch ärgerlich und fragte sich plötzlich, warum er immer dann gestört wurde, wenn er spät für sich sein wollte. „Dann wirst du noch Medikamente irgendwo anders haben..“ „Hat man dich zu meinem Aufpasser ernannt, meine liebe Verwandtschaft?“ „Jetzt reicht es aber, hier lies..“ Und es geschah, was die anderen schon lange geplant hatten, nur niemand wollte der erste sein, also las auch er jene SF-Story, sexuell aufgebretzelt und stark übertrieben, die aber immer noch zuviel Ähnlichkeit mit seinen Lebensdaten zu tun hatte, um zufällig so geschrieben worden zu sein. Kaum hatte er gelesen, stützte er schwer den Kopf in beide Hände, sagte zu grob:“Geh und laß mich allein..“ Zu grob, als dass es ehrlich harsch gemeint war. „Das werde ich jetzt eben nicht tun, du benötigst Hilfe und das schon lange..“ „Dann bist du garantiert der falsche Mensch, um da helfen zu können..“ „Euer Arzt ist auf der gleichen Etage, tut mir leid, sollte keiner sagen, aber man hat Angst um dich..“ „Wegen morgen oder was soll das?!“ Der andere nickte. „Hast du jemals lange genug trauern können, um ins Reine mit dir zu kommen?“ „Wie würde man woanders sagen: wäre nicht sehr britisch, oder..“ „Das ist doch Blödsinn und du meinst es auch nicht so.“ „Dann hole ihn her..“ „Ich rufe ihn selbstverständlich an, du hast eine miese Art, jemanden loswerden zu wollen, ist schon erschreckend..“
Er war nicht der Typ, um privat Telefone zu zerschmettern und er ließ auch keine Hoteleinrichtung zum Teufel gehen, er wartete am Fenster, welches offen war, in viel zu dünnem Hemd, welches er offen trug, eiskalte Winterluft strömte auf ihn ein, er sog sie gierig ein, ja, das Fenster war sehr weit geöffnet, er blickte nur sehr kurz nach unten, es waren so an die 40 Etagen, er schüttelte den Kopf, lächelte verkniffen, schloß das Fenster, zog sich etwas über. Ja, er fühlte sich unwohl, ständig tat ihm der Kopf weh, schwindlig wurde ihm ab und an, er ließ sich übertrieben lässig in einen breiten Sessel fallen, kniff die Augen zusammen, das Licht blendete ihn merkwürdigerweise mehr als an anderen Tagen, viele Farben schwebten vor ihm auf und nieder.
„Wo ist er..“ Sehr leise fragte der eintretende Arzt den Bekannten, der wies mit einem Schwenk des Kopfes in die Richtung. Der Mediziner beugte sich über den Mann, kniete dann sogar nieder, winkte den anderen herbei und bat ihn, ihm zu helfen, den Mann hinüber zum Bett zu tragen. „Dürfte dann also das 3.Mal innerhalb von 4 Monaten sein, was tue ich eigentlich hier, er gehört ins Krankenhaus.“ Das sprach er allerdings auf französisch und sehr erbost. Nach all den Untersuchungen fiel ihm was ein, er wies auf die Seiten.“Er weiß es endlich?“ „Ja.“ „Wurde auch Zeit..“ „Dann muß sie her, möglicherweise schafft sie es, ihn aus seiner Lage herauszureißen, wenn nicht, habe ich auch keine Ideen mehr.“
Der Bekannte telefonierte, während der Arzt sich kümmerte. Der Mann regte sich, wollte aufstehen. „Du kennst das ganze Prozedere doch schon, also wirst du still liegen bleiben, dich ausschlafen, und wir sind da, um aufzupassen, dass es dir wieder besser geht..“ „Morgen..“ „Dann wird das morgen für dich ausfallen müssen..“ Er hatte noch genügend Kraft, wollte den Mann von sich stoßen, und aufstehen. „Ich benötige hier Unterstützung, schnell..“ Sie schnallten den sich Widerstrebenden ans Bett an, versorgten ihn umständlich, dämmten das Licht und harrten aus..
Lange bewegungslos liegen für einen Pornodarsteller wie ihn undenkbar, da stellten sich fix Entzugserscheinungen ein und seltsame Sexträume. Er sah sich umringt von vielen nackten Frauen, die aber alle sehr dick und irgendwie gar nicht sein Fall waren. Natürlich begehrten sie ihn, fesselten ihn dann aber sehr grob und zwangen ihn, ihr Sklave zu sein, der auch die lebende Toilette zu sein hatte..
Dieses ausharren währte fast 5 Tage, bis sie bei ihm war, ziemlich erschrocken, denn bisher hatte sie über ihn geschrieben, als gäbe es ihn nicht wirklich, zu stark waren ihre Gefühle mittlerweile geworden. „Wir dachten, dass sie.-“ „Ich bin weder Arzt,noch Krankenschwester, also wieso..“ „Deswegen..“ „Ach..“ Sie fühlte sich sehr peinlich berührt. Aber dann nach einer Weile fühlte sie sehr wohl hocherotische, perverse Wünsche in sich hoch kommen: sie sah sich schon vor dem nackten Mann, wie sie ihn sehr langsam verwöhnte, wohl auch quälend langsam, was für ihn aber den Reiz erhöhte, denn Orgasmen folgten Schlag auf Schlag, wie man sie vielleicht auch nicht unbedingt benötigt… “Ich wußte nicht..“ „Das ist aber nun nebensächlich,er fiebert den 4 Tag und wenn er spricht..“ „Kann ich mir vorstellen, ihr Todestag ist lange vorbei..“ „Jeder andere Mann würde da kein Problem daraus machen, er anscheinend sehr wohl.“ Sie setzte sich zu ihm, die Geräte an ihm überwachten alles, bis auf eines:seinen desolaten psychischen Zustand. Seine Hände konnten nicht einmal herumtasten, sie öffneten und schlossen sich nur in einigen Abständen. Kurz legte sie ihre Hand auf die seine, glühend heiß trotz der Medizin, die unaufhörlich in ihn strömte. Sie gewöhnte sich an, leise mit ihm zu sprechen und sehr sanft wenn sie ihm die Umschläge wechselte in der Hoffnung, in ihrer Sprache zu ihm durchdringen zu können. Dabei wusch sie auch seinen Unterkörper, der schlagartig reagierte, unter ihren Händen pulsierte und pochte es und er flehte sie an, ihn etwas mehr zu stimulieren, damit er doch noch Sperma ablassen könnte. “Aber nicht in Ihrem Zustand!” Der Arzt näherte sich ihr und fragte bestürzt, was denn schon wieder wäre, sie sagte es ihm. “Ich werde ihm schon Erleichterung verschaffen.” Der Arzt massierte dem Mann nun seinerseits das Teil und weil er eben ein Mann war, war der Reiz natürlich wie weggeblasen, da regte sich so schnell nichts mehr.
Ja, er hatte jedes Zeitgefühl verloren, kam kaum zu sich und wenn, spürte er, dass man ihn völlig in Kontrolle hatte, etwas, was er gar nicht leiden konnte.Irgendwann waren die Berührungen sachter, vorsichtiger, fast zärtlich, jemand sagte fremde Worte, die er weder verstand noch übersetzen wollte, der Klang interessierte ihn.. Eine jener Nymphen, von denen in Sagen und Märchen berichtet wurde oder schon ein weiblicher Engel, der ihn auf der anderen Seite willkommen hieß?
Selbst wenn er sich in seinen Alpträumen viel zusammendichtete und erschrocken auffahren wollte, er war dafür auch zu schwach.. Das konnte doch einfach nicht wahr sein: er versuchte sich mit viel Arbeit abzulenken, dabei geriet so gut wie alles ins Hintertreffen, er brach zusammen um wieder da weiter zu machen, wo er aufgehört hatte..Ja, Porno war nicht nur seine Arbeit, er war mittlerweile auch sexsüchtig, unterhielt privat sexuelle Beziehungen zu vielen Frauen, so daß er sie schon durchnummerierte und mit Nummern auch betitelte, was den auf ihn scharfen Bräuten wenig ausmachte, Hauptsache, sie kämen durch und mit ihm ins Geschäft. Nur wenige Damen schafften den Absprung ins sogenannte seriöse aber auch anstrengende Filmgeschäft, wo eben viel zu viel Text mitunter “abgelassen” werden mußte.
Sie sah, dass ihm Tränen übers Gesicht liefen. „Sagen sie ihm irgendwie, er muß damit aufhören, sich zu quälen.“ „Wie kann ich das, wenn er ohne Unterlaß besinnungslos liegt?“ „Für Momente bekomme ich das hin, dann sind sie dran..“ Der Arzt zog eine Injektionsspritze mit einer Medizin auf, die das Mittel welches man in seine Venen leitete, noch übertraf, nicht ganz ungefährlich, aber wohl angebracht..
Das Mittel ließ seinen kranken Körper heftig zittern, seine Muskeln verkrampften sich, er atmete heftiger, rang auch nach Luft, um dann in Augen zu sehen, die denen seiner Mutter seltsam ähnlich waren. „Warum tut ihr mir das an..“ „Um sie für Momente wach zu bekommen, so geht das nicht weiter.“ Sie sprach seine Sprache behutsam, sehr langsam, eindringlich.“Es tut mir leid, wenn ich sie verletzt haben sollte, aber wollen sie mit sich weiter so umgehen?“ „Sie haben mich nicht verletzt, aber wie konnten sie..“ Der Arzt löste schnell die Bandagen, der Kranke krümmte sich zusammen, das Mittel schlug natürlich auf den Magen, er mußte so dringend aufs Klo, daß es zu spät war, er urinierte und beschmutzte auch das Bett total.
Als man alles gereinigt hatte und die erste Bestürzung fort war, sprach man beruhigend auf ihn ein.
“Alle bemühen sich, sie so schnell wie möglich gesunden zu lassen, warum dann immer wieder die Zusammenbrüche?“ Er antwortete nicht, schloß nur sehr erschöpft die Augen. „Ich bin zu müde um..“ Sie sah den Arzt fragend an, der es gestattete,dass er wieder schlafen durfte. „Wollen hoffen,daß er sich gesund schläft, irgendwann..“ „Ich denke, man sollte ihm die Bandagen abnehmen, er leidet schon genügend.“ „Wollen sie das auf sich nehmen, ihn rund um die Uhr zu beobachten? Ich kann einen Pfleger als Ablösung schicken, dann geht es, so werden wir es tun, warum nicht..“ Der schläfrig gewordene Mann bekam das nur wie nebenher mit, jemand, den er gar nicht kannte, machte sich große Gedanken um ihn, war ja mehr als seltsam..
Vom Fenster her kam ausreichend frische Luft, er konnte sich genügend bewegen und er fiel in einen fast erholsamen Schlaf.